Konzeption des stationären Angebots – helfen zu leben

Übersicht der Konzeption des stationären Angebots

Das stationäre Angebot fußt auf zwei Säulen: dem in Gruppen organisierten Wohnbereich und dem Kompetenz- und Trainingshaus Blekendorf (KTH Blekendorf), in dem sich Raum für individuelle Förderung in verschiedenen sozialpädagogischen und therapeutischen Angeboten findet, welcher allen Kindern und Jugendlichen zur Verfügung steht. Ergänzt wird das stationäre Angebot durch externe Angebote im pädagogischen, medizinisch-therapeutischen und Freizeitbereich.
Das aktuelle Unterbringungsangebot von helfen zu leben umfaßt zur Zeit drei Wohngruppen: Das Kinder- und Jugendwohnhaus Kaköhl (KiJu Kaköhl) und das Kinder- und Jugendwohnhaus Grebin (KiJu Grebin) mit je zehn Plätzen, sowie die Wohngemeinschaft Kaköhl (WG Kaköhl) im Meisenweg mit sechs Plätzen.

Ansprechpartner für den stationären Bereich:

Marcel Wroblewski  Tel.: 04381 4169286 E-Mail: m.wroblewski [at] helfenzuleben.de
Tobias Teßmer         Tel.: 04383 8279596 E-Mail: t.tessmer [at] helfenzuleben.de

Oder nutzen Sie direkt unser Kontaktformular.

1. Art der Einrichtung und fachliche Ausrichtung

Das stationäre Angebot von helfen zu leben fördert als private Jugendhilfeeinrichtung Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in ihrer Entwicklung zu einem eigenverantwortlichen und selbstbestimmten Leben. Die Einrichtung hat als Schwerpunkte in der Arbeit mit den Betreuten lerntherapeutische und sozialpädagogische Angebote. helfen zu leben gibt durch seine Arbeit Kindern und Jugendlichen ein Heim und Geborgenheit in einer Gruppe. Sie werden alters- und entwicklungsgemäß gefördert und begleitet.

Die Kinder- und Jugendlichen werden durch das Verbinden von Alltagserleben und gezielten pädagogischen und therapeutischen Angeboten darauf vorbereitet, in die Familie zurückzukehren oder ein selbstständiges Leben beschreiten zu können.

Dies schließt für junge Erwachsene die Eingliederung in Ausbildung und Beschäftigung mit ein. helfen zu leben bietet im Sinne des SGB VIII eine intensive sozialpädagogische Hilfestellung für die Kinder und Jugendlichen, sowie deren Familien an, mit dem Ziel, die Ursachen der persönlichen Krisensituation zu klären, und Lösungsansätze zu entwickeln.

Die Kinder und Jugendlichen kommen häufig mit vielen Problemen und Ängsten in die Einrichtung. In der angebotenen Arbeit wollen wir Erfolge schaffen, die motivieren und unterstützen. Wir bieten Begleitung bei der Gestaltung eines individuellen Lebensentwurfs.

Unser sozialpädagogisches Handeln umfasst daher folgende wesentliche Inhalte:

  • die Ermittlung des individuellen Hilfebedarfs und die daraus resultierende, angebotene Hilfe
  • enge Zusammenarbeit mit allen am Hilfeprozess Beteiligten
  • Klärung der Perspektiven in den Bereichen Schule, Ausbildung und Beruf
  • Gestaltung der Freizeit
  • Betreuung und Versorgung
  • Schaffung eigener Motivation für den Bereich Schule und Lebensgestaltung

Wir gestalten eine kindgerechte Lebensumwelt, in der Verständnis, Wertschätzung und Toleranz im Umgang miteinander im Vordergrund stehen.

Wir verbinden in unserer pädagogischen Arbeit verschiedene Hilfesysteme (z.B. kinder- und jugendpsychiatrische und psychotherapeutische Maßnahmen) miteinander, um ein hohes Maß an Effizienz zu erreichen. helfen zu leben erreicht für Kinder und Jugendliche Lebensbedingungen, die ihren Entwicklungs- und Erziehungsbedürfnissen entsprechen, sowie die Beteiligung der Kinder und Jugendlichen an allen Entscheidungen, die sich unmittelbar auf ihr eigenes Leben auswirken.

2. Zielgruppe

Im stationären Bereich können Kinder oder Jugendliche „rund um die Uhr“ betreut werden. Jungen und Mädchen ab dem schulpflichtigen Alter bis zur Volljährigkeit können aufgenommen werden.

Kinder und Jugendliche, die:

  • Auffälligkeiten im kognitiven, emotionalen, sowie in sozialen Bereichen aufweisen, besonders im Bezug auf ihr Lern-, Arbeits- und Leistungsverhalten in schulischen Zusammenhängen
  • eine Problematik im Bereich Schulabsentismus (Schulängste, -vermeidung, -verweigerung, -müdigkeit) zeigen
  • vom Ausschluss des Schulunterrichts durch erhebliche Störungen des Schulalltags bedroht oder betroffen sind
  • Teilleistungsstörungen wie Lese- oder Rechtschreibstörungen, Rechenstörungen aufweisen
  • Misserfolge in der Schule durch gefestigte negative Lernhaltung haben, und bei denen bisher pädagogische Maßnahmen erfolglos blieben
  • Probleme bei der sozialen Integration in der Schule zeigen
  • Verhaltens- und Beziehungsstörungen und ein mangelndes Konflikt- und Krisenlösungspotenzial aufweisen
  • mit Entwicklungsstörungen und -rückständen diagnostiziert sind
  • aufgrund von Störungen in ihrem Bezugs- und Familiensystem sehr klare Strukturen mit einem stark geregelten Tagesablauf benötigen
  • Verhaltensauffälligkeiten und psychische Störungsbilder zeigen, welche die Persönlichkeitsentwicklung massiv beeinträchtigen
  • viele Beziehungsabbrüche und/ oder viele persönliche negative Erfahrungen mit pädagogischen Einrichtungen erfahren haben
  • aufgrund ihrer Problematik längere klinische Aufenthalte hinter sich haben
  • aufgrund schwerer familiärer Krisen nicht länger in ihrer Umgebung verbleiben können
  • eine neurotische Problematik entwickelt haben (z.B. Einnässen, Einkoten, depressive Entwicklung etc.)
  • traumatische Erfahrungen erlebt haben
  • unter Belastungsstörungen leiden
  • an einer Beeinträchtigung zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft durch seelische oder drohende seelische Behinderung gefährdet sind
  • hyperkenetische Störung im Sinne von Aktivitäts-und Aufmerksamkeitsstörungen

Grundsätzlich besteht auch bei anders gelagerter Problematik die Möglichkeit der Unterbringung des jungen Menschen bei helfen zu leben durch eine individuelle Einzelfallprüfung.

Gegen eine Unterbringung im stationären Bereich spricht:

  • eine diagnostizierte Intelligenzminderung im Sinne einer Debilität oder einer geistigen Behinderung
  • eine akute Suchterkrankung
  • eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung

3. Methodische Grundlagen

Die durch uns betreuten Kinder und Jugendlichen werden in der Regel in der für sie krisenhaften und festgefahrenen Lebenssituation in die Kinder- und Jugendwohngemeinschaften aufgenommen. Es bestehen gravierende schulische Defizite und Verhaltensauffälligkeiten, die von dem gesellschaftlichen Umfeld nicht akzeptiert sind. Sie müssen lernen, eigene Interessen zu entwickeln und dürfen die Wahrung dieser nicht aus ihrem Blick verlieren. Die Kinder und Jugendlichen müssen lernen, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für ihr eigenes Leben nach der Entlassung zu realisieren und zu akzeptieren.

In unserer angebotenen Arbeit geht es darum, dass die Kinder und Jugendlichen gestärkt und in die Lage versetzt werden, einen Ausgleich zu etablieren zwischen den gestellten Anforderungen der Realität in unserer Gesellschaft und ihren eigenen Impulsen, ihrer Moral- und ihrer Wertvorstellungen. Daher kommt den MitarbeiterInnen von helfen zu leben eine besonders verantwortungsvolle Rolle zu. Sie unterstützen die BewohnerInnen der Einrichtung in jeglicher Form. Lob und Ermutigung sind hierbei klare Orientierungshilfen. Eine feste Tagestruktur bietet vielfältige pädagogische Möglichkeiten und Arbeitsansätze und ist darüber hinaus hilfreich bei der Entwicklung des Einzelnen in der Gruppe.

In unserer Arbeit ist das Erlangen lebenspraktischer Fähigkeiten von elementarer Bedeutung. Z.B. durch die Vergabe gruppenrelevanter und -spezifischer Aufgaben wie die Mithilfe bei der Reinigung des eigenen Wohnbereiches und der gemeinschaftlich genutzten Bereiche, Geschirr abwaschen, Pflege der Wäsche, etc. von elementarer Bedeutung.

Den Kindern und Jugendlichen wird ein umfangreiches Angebot von kreativen Freizeitgestaltungsmöglichkeiten durch kontinuierliche und geplante Angebote geschaffen. Durch gezielte und umfassende Interventionen bei psychischen Störungen mittels Beratung, unterrichtlicher Förderung, Um- und Nacherziehung, sozialem Training und pädagogisch- therapeutischen Hilfen soll eine Verbesserung der Identitätsbildung, angemessener Ich-Stärke, altersgemäßer Entwicklung und soziale Integration erlangt werden.

Das lerntherapeutische Unterrichtsangebot übernimmt eine zentrale Funktion in der Arbeit. Die Kinder und Jugendlichen werden durch einen individualisierten Unterricht in ihrem tatsächlichen Entwicklungsstand abgeholt. Dadurch wird der SchülerIn wieder die Möglichkeit gegeben, Erfolge zu erleben. Durch genau abgestimmte Unterrichtsinhalte soll die SchülerIn weder unter- noch überfordert werden. Misserfolge bleiben aus, so dass die SchülerIn auf bisherige Vemeidungsstrategien verzichten kann. Der angebotene Unterricht hat zum Ziel, eine realistischere Selbstwahrnehmung zu fördern, und dadurch das Selbstwertgefühl zu stärken. Das hilft der SchülerIn, Misserfolge besser zu verkraften und weiteren Konflikt- und Konkurrenzsituationen einfacher und angemessener begegnen zu können.

4. MitarbeiterInnen

Die Kinder und Jugendlichen werden von pädagogischen Mitarbeitern, darunter eine Lehrerin und hauswirtschaftliche Fachkräfte, im Schichtdienst betreut.

Bei den täglichen Übergaben und wöchentlichen Teamsitzungen reflektieren und erarbeiten die MitarbeiterInnen von helfen zu leben ihr pädagogisches Handeln. Ein wichtiger Aspekt und eine Grundlage unserer Arbeit ist ein zuverlässiges, engagiertes Mitarbeiterteam, welches sich durch tägliche selbstkritische Reflexion des pädagogischen Handelns unterstützt. Regelmäßige Supervisionen und Fortbildungsmaßnahmen dienen der innerbetrieblichen Fortbildung und als Reflektionsinstrument.

5. Bereich Erziehung

Die angebotene Hilfe von helfen zu leben dient der Aufarbeitung von Entwicklungsdefiziten und der emotionalen Stabilisierung der Kinder und Jugendlichen. Das Erlangen sozialer Kompetenzen wird in den Wohngruppen trainiert. Unser Leistungsangebot knüpft an die individuellen Lebenssituationen der Kinder und Jugendlichen an.

Das stationäre Angebot stellt eine intensive, mittelfristig angelegte Hilfeform dar. Es richtet sich an Familien und Lebensgemeinschaften mit Kindern und Jugendlichen, die aus unterschiedlichen Gründen eine vorübergehende stationäre, lerntherapeutische und sozialpädagogische Hilfe benötigen.

Das stationäre Angebot ist eine Hilfe und Begleitung auf Zeit.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, bei denen eine Rückführung in die Herkunftsfamilie oder die Unterbringung in einer Pflegefamilie keine Perspektive darstellt, steht die Erziehung und Befähigung zu einer selbständigen, eigenverantwortlichen Lebensführung im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Im Hilfeplanverfahren wird mit jeder BewohnerIn, der dazu gehörigen Familie und der fallzuständigen Fachkraft des Kostenträgers ein individueller Hilfeplan erstellt. In ihm werden die Ziele, der daraus resultierende Betreuungsumfang und die Arbeitsaufträge vereinbart. Regelmäßige Hilfeplangespräche dienen der kontinuierlichen Überprüfung des Bedarfs der Kinder und Jugendlichen.

Die Bereitschaft und Möglichkeit der Eltern zur Mitarbeit ist eine wesentliche Voraussetzung, um selbige Familienangehörige in die pädagogische Arbeit der Einrichtung einzubinden. Regelmäßige Gespräche mit den Eltern und Familienangehörigen, und das damit verbundene Einbeziehen in das Geschehen der Einrichtung, dienen dem verbundenen Interesse am Kind und der Motivation zur gemeinsamen Arbeit.

5.1 Nachbetreuung

Das Nachbetreuungsangebot ist ein individuell entwickeltes Hilfeangebot. Das Angebot schafft eine dem Bedarf entsprechende Hilfe, die auch flexibel den Entwicklungs- und Entscheidungsprozessen der KlientInnen und der anderen Beteiligten angepasst werden kann.

Das Nachbetreuungsangebot hat seinen Fokus auf Begleitung und Betreuung.

Das Angebot soll vorhandene Ressourcen stärken, neue entwickeln und entstehen lassen. Dabei wird das (soziale) Umfeld der Betreuten mit einbezogen. Im Hilfeplanverfahren werden Ziele, Arbeitsaufträge und der daraus resultierende Betreuungsumfang festgestellt und vereinbart. Kostenträger sind in der Regel die zuständigen Jugendämter. Die Abrechnung erfolgt in der Regel über Fachleistungsstunden, die während der Betreuung dem realen Bedarf, den Zielen und den Arbeitsaufträgen entsprechend angepasst werden.

Das Nachbetreuungsangebot ist auf die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgelegt, die eine intensive Nachbetreuung oder eine sozialpädagogische Begleitung bei der Bewältigung ihrer täglichen Lebensführung benötigen. Das Angebot soll den zu Betreuenden, die sich in ihrer Lebenssituation alleine und überfordert fühlen oder das Gefühl haben, dass ihnen alles zu viel wird, eine vorübergehende, weiterführende, professionelle Hilfe und Begleitung bieten.

6. Bereich Schule / Lerntherapeutischer Unterricht

Besuchen Sie hierzu bitte den Bereich „Lerntherapeutischer Unterricht (LTU)“ unserer Internetseite.

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